
Wenn im November die Blätter fast alle am Boden liegen und die ersten Lieder für St. Martin geübt werden, ist die perfekte Zeit für einen Ausflug in den Wald. Denn dort liegt alles bereit, was man für eine ganz besondere Laterne braucht: bunte Blätter, kleine Zweige, Gräser und Moos. Eine Laterne aus Naturmaterial ist einzigartig, und Kinder sind beim Sammeln und Basteln mit viel Freude dabei.
Auf Schatzsuche im Herbstwald
Bevor gebastelt wird, geht es nach draußen. Eine Stofftasche oder ein kleiner Korb reicht als Ausrüstung. Gesucht werden vor allem schöne, möglichst flache Blätter in verschiedenen Farben und Formen. Ahorn, Eiche und Buche bieten eine schöne Mischung. Dazu passen dünne Zweige, Farnwedel, Gräser oder ein paar Hagebutten am Wegesrand.
Wichtig ist, nur Dinge mitzunehmen, die schon am Boden liegen oder in großer Menge wachsen. Moos und seltene Pflanzen bleiben besser, wo sie sind. So lernen Kinder ganz nebenbei, achtsam mit dem Wald umzugehen.
Blätter richtig vorbereiten
Frisch gesammelte Blätter sind oft feucht und rollen sich ein. Am besten legt man sie zu Hause zwischen zwei Lagen Zeitungspapier und beschwert sie ein bis zwei Tage mit ein paar dicken Büchern. Danach sind sie schön flach und lassen sich viel leichter aufkleben.
Die einfache Blätterlaterne
Für eine klassische Laterne aus Naturmaterial braucht ihr nicht viel:
- einen sauberen Käseschachtelboden oder eine runde Pappschachtel als Grundform
- Transparentpapier oder Butterbrotpapier
- Bastelkleber oder Kleister
- die getrockneten Blätter
- Draht für den Henkel und einen Laternenstab
- ein elektrisches Laternenlicht
Zuerst wird das Transparentpapier zu einem Zylinder geformt und am Boden der Schachtel festgeklebt. Dann bestreichen die Kinder das Papier mit Kleister und legen die Blätter darauf. Eine zweite dünne Lage Transparentpapier darüber schützt die Blätter und sorgt für einen weichen Schimmer. Wenn alles getrocknet ist, wird oben der Deckelring aufgesetzt und der Draht befestigt.
Leuchtet die Laterne später, scheinen die Blattadern durch das Papier. Jede Laterne sieht dadurch ein bisschen anders aus, wie ein kleines Stück Herbstwald.
Ideen für kleine Waldfeen
Wer mag, kann die Laterne noch weiter verzaubern. Ein paar Ideen:
- Zweigkranz: Ein Kranz aus dünnen Zweigen, mit Wolle umwickelt, wird oben um die Laterne gelegt.
- Kleine Waldwesen: Aus Eicheln, Bucheckern und Hütchen lassen sich winzige Figuren kleben, die am Rand sitzen.
- Feenstaub: Ein wenig Glitzer im Kleister lässt die Laterne funkeln, wenn sie leuchtet.
- Farbige Schatten: Gefärbtes Transparentpapier in Gelb oder Orange verstärkt die warmen Herbsttöne.
Sicher unterwegs beim Laternenumzug
Laternen aus Papier und getrockneten Blättern brennen leicht. Deshalb gehört in die selbst gebastelte Laterne immer ein elektrisches Licht statt einer echten Kerze. So können auch kleinere Kinder ihre Laterne selbst tragen, ohne dass Gefahr entsteht.
Für den Umzug lohnt sich außerdem warme Kleidung mit reflektierenden Elementen. Im Novemberdunkel sind Kinder für Autofahrer sonst schwer zu erkennen, besonders auf dem Weg zum Treffpunkt.
Ein Stück Wald für die dunkle Jahreszeit
Nach St. Martin muss die Laterne nicht im Keller verschwinden. Auf der Fensterbank oder im Kinderzimmer sorgt sie an grauen Nachmittagen für gemütliches Licht. Und beim nächsten Waldspaziergang wissen die Kinder schon genau, welche Blätter sie für ihr nächstes Bastelprojekt suchen möchten.

